Mittwoch, 17. August 2016

TERRA EXTRA 117 - George O. Smith : Gift aus dem Weltraum


George O. Smith : Gift aus dem Weltraum (Hell Flower)
Terra Extra 117, 18.11.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 91, 1959
Originalausgabe STARTLING STORIES 1952
Aus dem Amerikanischen von ???
Titelbild : Johnny Bruck


Das "Solare Anti-Narcotics-Department" hat es schon mit Schmugglerbanden der verschiedensten Art zu tun gehabt, aber noch niemals war es so machtlos wie gegenüber den Verbrechern, die jene berauschenden "Höllenblumen" auf der Erde verbreiteten. Diese harmlosen Blüten, die wie Nelken aussahen, riefen eine unheilbare Sucht bei ihren Opfern hervor, machten diese stumpf gegenüber jeder normalen Gefühlsregung. Nur Haß und Grausamkeit konnten die armen Süchtigen noch bewegen.

Charles Farradyne soll sich seine verlorengegangene Pilotenlizenz dadurch wieder zurückgewinnen, daß er für das S.A.N.D. den Kampf gegen den anscheinend unbesiegbaren Schmugglerring aufnimmt. Farradyne ist als "Remmidemmi-Pilot" verrufen - und er hat während der folgenden Abenteuer oft Gelegenheit, seine fliegerischen Leistungen, die oft an Wahnwitz grenzen, unter Beweis zu stellen.
Klappentext UTOPIA

Ein weiterer SF-Action-Roman von George O. Smith, den ich bereits bei "Highways in Hiding" (Terra Sonderband 19, TERRA EXTRA 076) vorgestellt habe. Auch "Hell Flowers" ist faszinierend, sehr dynamisch geschrieben, mit den für diese Zeit typischen Narrativen. Man trifft also auf viele altbekannte Klischees wie den zu Unrecht abgeurteilten Protagonisten, die schöne Unbekannte undsoweiter undsofort, aber auch auf ein, zwei Abweichungen, die George O. Smiths Romane über den Durhschnitt heben. Hier ist mir insbesondere die Zeichnung der Außerirdischen aufgefallen. Humanoid, ziemlich menschenähnlich, doch deutlich rationaler. Als diese Außerirdischen feststellen, daß ihrer Meinung nach die Menschheit Aliens nie akzeptieren wird, ergreifen sie die ihnen am geeignetsten erscheinenden Maßnahmen, um diese Bedrohung zu beseitigen. Das ist schon irgendwie cool, wie Smith das darstellt. Nicht gut, politisch völlig inkorrekt, aber durchaus eine Position, über die es sich nachzudenken lohnt.

Dienstag, 16. August 2016

TERRA EXTRA 116 - K. H. Scheer : Und die Sterne bersten

Karl Herbert Scheer : Und die Sterne bersten
Terra Extra 116, 11.11.1966
Neuauflage
Originalausgabe Reihenbuch-Verlag 1954
Titelbild : Johnny Bruck


Nicht immer gelingt es Geschäftemachern und unermüdlichen Business-men, ihre Unternehmungen auch glatt zu Ende zu führen. Die Auseinandersetzungen zwischen der 'General Electric Company San Francisco' (G.E.C.) und den beiden hochbefähigten Forschern Dr. Albert Mason und Dr. Geal lief jedenfalls etwas anders aus, als in einem Kampf zwischen einem riesigen Konzern und zwei Wissenschaftlern zu erwarten war.

Unbeirrt, trotz allem Mißtrauen und allen Anfeindungen, arbeiten Mason und Geal an der Aufgabe, der sie ihr Leben gewidmet haben. Während ihrer langjährigen Experimente glücken ihnen umwälzende Entdeckungen.

Die Führer der G.E.C. erkennen, daß sie einen nicht wieder gut zu machenden Fehler begangen haben, als sie den Arbeitsvertrag mit den beiden Forschern auf Grund lächerlicher Anschuldigungen brachen, und man setzt alles daran, Albert Mason und Jonny Geal in das Werk zurückzuholen, denn ihre genialen Leistungen versprechen ungeheuren Gewinn.

Wird es Albert Mason und Jonny Geal gelingen, dem Geheimdienst der G.E.C. zu entkommen? Doch wenn sie sich auch retten könnten, werden die beiden Forscher nicht auf jeden Fall um die Krönung ihres Lebenswerkes betrogen?

Eine ungeheure Explosion im Weltenall gibt den Ereignissen eine überraschende Wendung.

In dem vorliegenden Roman K. H. Scheers finden die Leser das, was man von einem guten, technischen Zukunftsroman erwarten soll: Noch nicht in die Praxis umgesetzte physikalische Probleme haben ihre Verwirklíchung gefunden. Verantwortungsbewuße Männer kämpfen gegen verbrecherische Machthaber - ein Kampf, in dem es um das Fortbestehen einer lebenwürdigen Ordnung geht.
Klappentext des REIHENBUCH-Leihbuchs

Ein langweiliger Scheer ? Ich dachte nicht, daß es sowas gibt. Aber hier ist er, langweilig und simpel, es ist wirklich unglaublich. Wie sagte Thomas Harbach ? "Über weite Strecken schwerfällig und konstruiert". Kann ich so unterschreiben, der Roman ist echt mies. Und das von Scheer, unglaublich !

Montag, 15. August 2016

TERRA EXTRA inside - SF-Filmfestspiele Triest 1966

Der zweite Teil des Berichtes über den phantastischen Film 1966. Ich kommentiere das am Ende und überlasse dem geneigtem Leser dem Genuß eines Darltonschen Erlebnisberichts.

TERRA EXTRA 115 - Robert A. Heinlein : Am Rande des Abgrunds


Robert A. Heinlein : Am Rande des Abgrunds (Gulf)
Terra Extra 115, 04.11.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 127, 1960
Originalausgabe ASTOUNDING 1949
Aus dem Amerikanischen von Walter Spiegl
Titelbild : Johnny Bruck


Nach Beendigung des dritten Weltkrieges, nach der Zwischenherrschaft der Kommissare und der Revolution, die sie hinwegfegte, erblühte eine neue, reichere und lebensfreudigere Welt. Aber besser geworden ist die nicht, denn aus den Wirren der Nachkriegszeit gingen eine Reihe von Interessengruppen und Organisationen hervor, die mit allen Mitteln versuchen, die absolute Macht an sich zu reißen. Mit einem wichtigen Auftrag kehrt Joel Abner, alias Captain Gilead, vom Mond auf die Erde zurück. In seinem Reisegepäck befinden sich drei Mikrofilm-Spulen, auf denen sämtliche Unterlagen über den Nova-Effekt verzeichnet sind, mit dem ganze Planeten in die Luft gejagt werden können. Unter keinen Umständen dürfen diese für die gesamte Menschheit lebenswichtigen Filmspulen in die Hände der skrupellosen Machtgruppen fallen. Doch trotz aller Vorsicht wird Captain Gilead erkannt. Mehrere Male gelingt es ihm, rechtzeitig aus gefährlichen Situationen unter ständiger Lebensgefahr zu entwischen, aber die Feinde sind in der Überzahl, ihre Mittel sind raffiniert und skrupellos. Captain Gilead geht in die Falle, aus der es kein Entrinnen mehr gibt, wenn nicht ...
Klappentext

Eine Novelle von Heinlein, später gesammelt in "Assignment in Eternity" erschienen, hier als eigenständiger Heftroman. Ein Paradebeispiel für die positive Einflussnahme von Heftromanen auf das deutsche Fandom. Denn die Kurzgeschichtensammlung erschien erst sechs Jahre später als "Nächste Station : Morgen" bei Heyne.

"Gulf" selber ist ein interessanter Roman. Er zerfällt sozusagen klassisch in drei Teile : Exposition, Mittelteil (Komplikation / Peripetie / Retardation) und das Finale. In der Exposition lernen wir Joel Abner kennen, beginnen, seine Motive zu verstehen und sehen seine Flucht und seine Gefangennahme. Im Mittelteil wird alles umgedreht, der Nova-Effekt ist nur ein Teil der eigentlichen Geschichte. Denn es geht um die Ablösung des Homo sapiens durch den Homo superior, ein rein evolutionärer Prozeß, der Unruhen und Tumulte verursacht. Hier findet unser Held auch seinen weiblichen Gegenpart, seine fehlende Hälfte, ohne die er nicht komplett ist. Und um den Nova-Effekt zu unterdrücken, gehen beide auf den Mond und versuchen, die letzten Kopien dieser ultimativen Waffe zu vernichten. Dabei nehmen sie in Kauf, auch sterben zu können - was auch tatsächlich geschieht.

"Gulf" ist also klassisch strukturiert und man könnte jetzt jeden Teil nehmen und detailliert analysieren. Was durchaus dem Stoff einer Bachelor- oder Master-Arbeit entspricht. Das will ich hier nicht machen (ich muß noch einen ganz anderen Artikel fertigschreiben), sondern nur zwei Punkte, die ich besonders interessant fand, herausgreifen.

Zunächst einmal steht "Gulf" nicht im leeren Raum. Wie man dem obigen Klappentext entnehmen kann, hat sich Heinlein durchaus Gedanken über die geschichtliche Entwicklung gemacht. Dritter Weltkrieg, ein kommunistisches Amerika, eine "Konterrevolution" : Heinlein reisst dies nur an, spricht in Nebensätzen davon, so daß sich der Leser sein eigenes Bild der Historie machen muß. Und je nach Phantasie kann dies durchaus faszinierend sein, mir ging es jedenfalls so.

Dann der Homo superior. Menschen, die sich in nichts bis auf ihre Gedächtnisleistung vom Homo sapiens unterscheiden. Wenn man, so wie ich, die hier vorliegenden uralten TERRA-Serien liest und sich insbesondere dem Metatext, dere LKS, den Kleinanzeigen und anderen "Inside"-Sachen widmet, wird eines deutlich : Heinlein hatte Recht mit dieser Extrapolation. Mir fällt regelmäßig bei den LKS-Beiträgen auf, daß dort Sachen erklärt werden, die heute praktisch Allgemeinwissen sind. Daß einige uralte Ansichten (siehe Richard Kochs Parapsychologie-Artikel) heutzutage nur noch von Aluhüten geteilt werden. Daß heutige LKS deutlichst komplexer sind und vieles erklären, was ich als Ü50er noch erklärt bekommen muß, was den U20ern aber schon als selbstverständlich gilt. (Der Perry-Rhodan-Report ist hier ein schönes Beispiel, oder Robert Vogels Raumfahrt-Beiträge auf Facebook.) Ich empfinde das als faszinierende Erkenntnis, die mir nur eines zu sagen übrig lässt : Ad Astra !

Sonntag, 14. August 2016

Hans Hellmut Kirst : Die Wölfe



Hans Hellmut Kirst : Die Wölfe
Lingen-Verlag, Hardcover
Originalausgabe Desch 1967


Jener Alfons Materna wollte leben und sonst nichts. Der Preis, den er dafür zahlen mußte, war hoch. Dabei starben Menschen. Doch damals in Masuren konnten selbst Leichen Gelächter auslösen.

Eine versunkene, endgültig verlorene Welt, einstmals erfüllt von urwüchsiger Kraft und Lebenslust, aber auch von listiger Schläue und lauernder Brutalität; eine Welt, in der »Geburt und Tod noch so selbstverständlich zum alltäglichen Leben gehörten wie Tiere, Bäume und Felder«, und wo »nicht wenige ehe sie ihn vergaßen Gott für ihren Duzbruder hielten«: diese Welt, seine Heimat, aufglänzend in der Erinnerung, beschwört Hellmut Kirst in seinem neuen Roman. Er erzählt bewegende und makabre, idyllische und groteske, erheiternde und bestürzende Vorgänge in einem Dorf in Ostpreußen, inmitten der masurischen Seen und Wälder. Kirsts große satirische Dorfchronik beginnt im Jahre 1933 und endet in der Katastrophe von 1945. Dazwischen liegt der etappenweise Verfall dörflicher Gemeinschaft: Gewalt und Intrigen, aufgeputschte Geltungssucht und wachsender Terror zerstören das festfreudige ländliche Dasein, bis alles schließlich in Grauen, Verwüstung und Chaos unwiederbringlich untergeht.

Im Mittelpunkt dieses figurenreichen Zeitromans steht ein Mann, der sich wehrt: Alfons Materna, ein listiger Idealist, menschlich, tapfer und gerissen. Er wird zum unerwarteten Hindernis für seine enthemmten Mitbürger. Selbst die SA, die im Dorf die Macht ausübt, wird mit ihm, dem »Fuchs von Maulen«, nicht fertig. Materna. ein Mann, der sein Leben unbekümmert zu genießen versteht, ist nun nicht gewillt, die heraufkommende Finsternis tatenlos hinzunehmen. Mitten im Untergang entschließt er sich, seinen eigenen Krieg zu führen.

Um ihn herum gruppiert Hans Hellmut Kirst eine unvergeßliche Fülle scharf-konturig gezeichneter Gestalten: Männer von sonderbarem Humor, sauf- und rauflustig; wütende oder eitle Spießer und berechnende Konjunkturritter; die Wandlungen des Pfarrers; das gewaltsame Ende des Dorfpropheten und die Macht des SA-Führers; die Eulenspiegeleien, die Abenteuer und der wachsende Widerstand Maternas und der Seinen - das alles, von starker Spannung und vitaler Präsenz, fügt sich zusammen zu dem Mikrokosmos dieses Dorfes »am Rande der Welt«, in dem sich symptomatisch Aufstieg und Sturz des Dritten Reiches spiegeln, Verführung, Enthumanisierung und Verheerung. Der wie ein Schelmenroman beginnende, vielfach aggressiv-komische, sich zunehmend verdüsternde große Roman enthält Szenen von beklemmender Schärfe und atemraubender Dynamik. Mit dramatischer Kraft und satirischer Verve hat der Ostpreuße Kirst sich sein Masurenbuch von der Seele geschrieben, ein Buch der Erinnerung, zugleich ein Buch voll Leidenschaft, Bitternis und Komik, das seinen Autor erneut als einen der mitreißendsten Erzähler der Gegenwart ausweist.
Klappentext

17 Jahre nach "Sie nannten ihn Galgenstrick" veröffentlichte Hans Hellmut Kirst den vorliegenden Roman. Deutlich weniger optimistisch, ja fast schon dystopisch, schildert er die Nazizeit exemplarisch am kleinen Kuhdorf Maulen, in dem zu Beginn alle besoffen sind von der "neuen Zeit". Alle? Nein, nicht alle. Ein gar nicht mal so kleiner Hof wehrt sich : Materna, Jablonski, Grienspan und andere.

Kirst stellt in "Die Wölfe" deutlicher als in den meisten anderen seiner Romane die Unmenschlichkeit und die Verrohung der Nazis dar. Dies führt er auch darauf zurück, daß ungebildete Proleten in solchen Zeiten in Positionen aufsteigen, für die sie weder die Fähigkeiten noch die sozialen Kompetenzen haben. Beispielhaft schildert er dies an Eugen Eis, einem skrupellosen Möchtegern-Führer, an "Bubi" Kusche und Ernst Schlaguweit, primitive Schläger, die um die Führung der SA kämpfen, an Neuber, dem pädophilen Nazi-Theoretiker und an vielen anderen Haupt- und Nebenfiguren. Sehr schön macht er deutlich, daß in seinem Roman die Nazis durch die Bank weg mindestens ungebildet, wenn nicht sogar primitiv sind und die Intelligenz sich auf der Seite der Antifaschisten bewegt. Das ist vielleicht etwas kurz gesprungen, kann man aber im Mittel durchaus so stehen lassen.

Man merkt, daß Kirst seine letzten Illusionen über die Nazis verloren hat. Dazu dürfte sein Streit mit Franz-Josef Strauß, der Kirsts Romane so gar nicht mochte (warum nur?) nicht unwesentlich beigetragen haben. Aber auch sonst lässt er an den Nazis, insbesondere denjenigen, die die Partei zur persönlichen Bereicherung nutzten, kein gutes Haar. Damit bezieht er auch wesentlich deutlicher Stellung als im "Galgenstrick" und stellt sich vehement gegen die damals beginnende Verklärung der Rolle der Wehrmmacht im III. Reich.

Auch sonst könnte man noch viel über das Buch schreiben, aber das nimmt der Klappentext mir an dieser Stelle ab. Denn der ist tatsächlich gut und gibt die Stimmung des Buchs präzise wieder. Für mich ist "Die Wölfe" eines der Bücher, das man gelesen haben sollte.

Links
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren : Hans Hellmut Kirst
Website
Nachruf in der New York Times
ZEIT-Artikel

Samstag, 13. August 2016

Hans Hellmut Kirst : Wir nannten ihn Galgenstrick



Hans Hellmut Kirst : Wir nannten ihn Galgenstrick
HEYNE 5287
4. Auflage, 1978
Originalausgabe Desch 1950


Oberleutnant Strick, von der Ostfront gekommen, erlebt in der Etappe den Sumpf der Korruption, eine Atmosphäre, gemischt aus Habgier, Genußsucht, politischem Fanatismus und verkappten Widerstand. Der Leser findet in den handelnden Personen die unverwechselbaren Kirst-Typen wieder - vor allem den Obergefreiten Vogel, auch Vorläufer des Gefreiten Asch aus 08/15. Vogel versteht es, auch tragische Situationen komisch zu überspielen. Seinen Höhepunkt erreicht das Buch beim Geschehen um den 20. Juli 1944.
Klappentext

Wenn ich die ganze Woche über im Hotel bin, habe ich meistens am Wochenende genug zu tun, meine SF-Blogeinträge auf die Reihe zu bekommen. Andere Romane, die ich auch noch lese, bleiben da vielfach außen vor. Aber jetzt habe ich Urlaub, die zweite Woche, und bin ganz entspannt. Trotz des frühen Herbstes, den ich mit meinen Briefmarken kompensiere, aber das ist ein anderes Thema.

Hans Hellmut Kirst lese ich schon seit Jahrzehnten, alle Romane stehen bei mir im Regal (sofern ich sie nicht verliehen und nie wiederbekommen habe *grummel*). Und immer mal wieder zwischendurch greife ich mir einen da raus und schmöker ihn durch. Ist immer wieder angenehm, obwohl es nur in den seltensten Fällen gut ausgeht. Was es ja auch in der Nazizeit nie (oder nur in den seltensten Fällen) gemacht hat. So auch dieser nicht, nicht wirklich. Zwar bleiben Strick und Vogel in Freiheit, doch die Schatten des mißlungenen Staatssttreichs und die der unabwendbaren militärischen Niederlage liegen schon auf ihrem weiteren Lebensweg, der kurz und nicht angenehm sein dürfte.

Aber soweit ist man ja noch nicht, wenn man das Buch aufschlägt. Zunächst wird da Oberstleutnant Strick vorgestellt, ein Frontkämpfer, der in die Etappe versetzt wird. Und dort als allererstes der Korruption des Bahnhofskommandanten ein Ende macht, der an der Ostfront Kisten mit Fressalien statt Verwundete hat laden lassen. Das macht Strick für den neuen SS-Offizier Keßler interessant, der die NS-Gesinnung im Kreis durchsetzen will. Und so wird Strick zum NSFO, zum Nationalsozialistischen Führungsoffizier. In dieser Position geht er weiter gegen die Korruption an, bis er sich in die Verschwörung des 20. Juli verwickeln lässt und deshalb arretiert wird.

Hans Hellmut Kirst schildert hier etwas, daß die heutige Linke absurd finden dürfte : Den ehrenhaften Nazi. Den Soldaten, der keinen unmittelbaren Anteil an den Greueln der Shoah hatte, der versuchte, ehrenhaft und ohne Kriegsverbrechen in irgendeiner Art und Weise zu begehen den II. Weltkrieg zu überleben. Daß sich auch ein Oberleutnant Strick schuldig gemacht hatte, war zur Entstehungszeit des Romans noch nicht wirklich klar. Kirst ist das erst später bewusst geworden, man erkennt an seinen Romanen deutlich unterschiedlichste Schaffens- und Überzeugungsperioden. Dies ist sein erster Roman, aus einer Zeit, als er den Nazi-Faschismus zwar ablehnte, aber sich nicht von seinen einzelnen Elementen distanzierte.

Diese Naivität macht den Roman nicht schlechter, denn im Gegensatz zu dem ehrenwertem Oberleutnant Strick und dem Widerstandskämpfer Vogel stehen die Nazis, die aus Krieg und Unterdrückung Andersdenkender profitieren, korrupte Glieder in einer Kette von höheren Offizieren. Denn das "cui bono" wird in Kirsts Romanen besonders deutlich. Wem nutzt der Krieg, die Shoah, das Chaos und haben diese Leute überhaupt eine irgendwie geartete Gesinnung ? In Kirsts Romanen existieren da zwei Typen, Paradebeispiele für Nazis. Die einen glauben felsenfest an die Bewegung, lassen keinen anderen Gedanken zu und haben keine Probleme damit, Andersdenkende zu eliminieren, ggf. auch persönlich. Die anderen interessiert nur ihre eigene Bequemlichkeit, ihr persönlicher Luxus, ihr eigener Besitz. Dafür gehen sie auch gerne über Leichen, solange sie sie nicht selbst riechen müssen. Man merkt dem Roman an, daß Kirst die erste Gruppe zwar ablehnt, aber noch verstehen kann, die zweite ihn aber einfach nur anekelt. Kann ich nachvollziehen, wenngleich ich doch etwas anderer Meinung bin als der Autor. Aber ich bin ja auch ein paar Jahrzehnte jünger, die Gnade der späten Geburt eben.

Insgesamt ein angenehmer Roman, in dem die Gesinnungsschweine ihr Fett weg bekommen. Macht von daher Spaß, ihn zwischendurch wieder einmal zu lesen. Wenngleich es nicht Kirsts bester Roman ist und die Ideologie doch insgesamt etwas fragwürdig, da gibt es andere Romane von ihm, die das Problem viel besser und viel deutlicher auf den Punkt bringen.

Freitag, 12. August 2016

TERRA EXTRA inside - SF-Filmfestspiele Triest 1966 (01)

In Heft 114 vom 28.10.1966 beginnt Walter Ernsting seinen dreiteiligen Bericht über die SF-Filmfestspiele Triest 1966 :

TERRA EXTRA 114 - Kurt Mahr : Spinnen aus dem Weltraum


Kurt Mahr : Spinnen aus dem Weltraum
Terra Extra 114, 28.10.1966
Neuauflage
Originalausgabe TERRA SF 122, 1960
Titelbild : Johnny Bruck


Mit Hilfe der Mikrotechnik gelingt es zwei jungen amerikanischen Forschern, die kleinen, aber nichtsdestotrotz äußerst gefährlichen Invasoren - spinnenähnliche Intelligenzen aus dem Weltraum - zu entdecken. Deshalb können sie wirksame Maßnahmen geegn die Eindringlinge ergreifen, bevor die Menschheit ihnen zum Opfer fällt.
Klappentext

Erst vor kurzem in der Originalversion als TERRA SF 122 gelesen. Wie ich bereits damals sagte, technisch sehr ausgereift, ansonsten stark in seiner Zeit verhaftet. Aber immer noch ganz amüsant.

Donnerstag, 11. August 2016

TERRA EXTRA inside - Die 4. Dimension (04)

In Heft 113 schliesst Richard Koch dann seinen Artikel über die Vierte Dimension ab. Das war eben der Kenntnisstand von 1966, mehr sage ich dazu nicht.

TERRA EXTRA 113 - Poul Anderson : Rebellion auf der Venus


Poul Anderson : Rebellion auf der Venus (The Big Rain)
Terra Extra 113, 21.10.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 148, 1961
Originalausgabe ASTOUNDING 1954/55
Aus dem Amerikanischen von Walter Spiegl
Titelbild : Johnny Bruck


Der Eingang zur Hölle ist der Planet Venus. Fürchterliche Stürme toben über die öde Oberfläche, auf der nichts wächst, weil die Luft vergiftet und kein Wasser vorhanden ist. Auswanderer von der Erde, die vor Jahren hierherkamen, versuchen unter dem vollständigen Einsatz ihrer Kräfte, das Wesen dieses unfruchtbaren Planeten zu verändern und ihn in eine blühende paradiesische Weit zu verwandeln. Doch die Verhältnisse haben eine Regierungsform geschaffen, die schlimmer ist als eine Diktatur und die alle Anzeichen in sich trägt, eines Tages ihre gierigen Hände nach der friedlichen Erde auszustrecken. Die UN-Regierung der Erde entsendet einen Agenten, der sich unter der Maske eines unzufriedenen Einwanderers von der Erde auf der Venus einschleicht, die Sicherheitsvorkehrungen der Venus-Polizei unerkannt überwindet und Material für einen umfassenden Bericht über die gefährliche Entwicklung auf der Venus sammelt.
Klappentext

Ein aus vielerlei Gründen interessanter Roman.

Zunächst liest er sich recht flott weg, oberflächlich betrachtet ist "The Big Rain" ein SF-Krimi, wen wundert es, bei dem Namen. Doch selbst einem oberflächlichem Leser fällt die fanatische Gesinnungsstruktur der venusischen Regierung auf, die jeden, der nicht an ihr glorreiches Ziel des Großen Regens, der die giftige Atmosphäre wegwischt und das Leben auf der Venus lebenswert macht, gnadenlos verfolgt und in Internierungslager - genauer gesagt : KZs - steckt. Dies alles wird vor den Vereinigten Planeten verborgen, doch die UNO schickt Hollister, einen ihrer Agenten, aus, um die Verhältnisse auf der Venus zu untersuchen.

Auf der erste Ebene ein SF-Krimi, auf der zweiten eine Allegorie auf Nazi-Deutschland. Viele der Charaktere könnten ebensogut im Deutschland der Jahre 33-45 agiert haben, bis auf die exotische Szenerie gibt es wenig Unterschiede. Aus der Sicht eines deutschen Lesers des 21. Jahrhunderts gibt das dem Roman einen zusätzlichen Charme, den Poul Anderson so sicher nicht geplant hat.

Der Roman gliedert sich in den Bereich Andersons Psychotechnischen Liga ein, der Begriff wurde in den 80ern von Sandra Miesel analog zur Polesotechnischen Liga geprägt. Poul Anderson schrieb für diesen Bereich in den 50ern diverse Romane. Gegen Ende der 50er hörte er jedoch damit auf, denn die Entwicklung der Serie entsprach nicht mehr den tatsächlichen politischen Realitäten. Insbesondere die hervorgehobene Rolle der UN als Kern einer Weltregierung wurde mehr und mehr fragwürdig, so daß Anderson diese Alternate History nicht weiter fortführte.

Poul Anderson ist nicht der einzige (SF-) Autor, der sich nach dem II. Weltkrieg deutlich mehr von der UNO versprochen hatte, als sie effektiv zu leisten in der Lage war. Partikulärinteressen der drei großen Machtblöcke zusammen mit dem wachsendem Einfluß von Schurkenstaaten wie Saudi-Arabien blockierten jede positive Entwicklung, was sich auch in einer deutlichen Kritik an diesem System durch Schriftsteller niederschlug. Nicht umsonst datiert Heinleins "Starship Troopers" aus der gleichen Ära.

Aber egal, der Roman endet mit einem Fast-Happy End. Hollister und Barbara, sein Love Interest, können zusammen mit einer Gruppe von Aufständischen ein Raumschiff kapern und fliehen. Aber sie werden wiederkommen und das repressive Regime der Venus in eine freie demokratische Gesellschaft ummodeln. Und das ist der hoffnungsvolle Ausblick, mit dem der Roman schliesst. Und man kann nur hoffen, daß es ihnen irgendwann und irgendwo auch gelungen ist.

Mittwoch, 10. August 2016

TERRA EXTRA inside - Die 4. Dimension (03)

In Heft 112 vom 14.10.1966 setzt Richard Koch seinen Artikel über die Vierte Dimension fort. Man merkt, daß er kein moderner Naturwissenschaftler war. Sein Studium datiert eben noch lange vor Einstein, während heutzutage die Spezielle und Allgemeine Relativitätstheorie Standardwissen in den Naturwissenschaften geworden ist.

TERRA EXTRA 112 - Clark Darlton : Sprung ins Ungewisse


Clark Darlton : Sprung ins Ungewisse
Starlight 03
Terra Extra 112, 14.10.1966
Neuauflage
Originalausgabe DÖRNER 1958
Titelbild : Johnny Bruck


Seit Beginn der Eroberung des Weltraums ist es der erregendste Auftrag, der erteilt wurde. Der neue Teleporterantrieb soll es Raumschiffen ermöglichen, mit einem einzigen Raumsprung die Entfernung von zehntausend Lichtjahren zu überbrücken. Die STARLIGHT, eines der erfolgreichsten Expeditionsschiffe der Raumflotte, stößt unter Führung von Rex Randell tief in den Weltraum vor. Als erste Menschen durchkreuzen Rex Randell und seine Mannschaft die Milchstraße.

Jenseits der Milchstraße steht lockend im leeren Raum ein neues Geheimnis - der Andromeda-Nebel. Aber dann greift eine fremde, unheimliche Macht ein. Es ist die menschenähnliche Rasse, die den Planeten Canep III bevölkert. Sie hat die Technisierung der Erde schon lange mit Besorgnis beobachtet und fürchtet einen von der Menschheit entfesselten Galaktischen Krieg. Im Besitz einer ultimativen Waffe bemächtigt sie sich der STARLIGHT und ihrer Besatzung. Es gibt keine Chance mehr für Rex Randell und seine Männer. Solange der Planet Canep III zum gleichen Universum gehört wie die Erde, droht der Menschheit eine furchtbare Gefahr.
Klappentext des DÖRNER-Leihbuchs

Habe ich als TERRA SF 084 gelesen - und einmal reicht. Ich bin jedesmal wieder erschüttert, wenn ich diesen Darltonschen Schrott in die Hände bekomme. Ich kann gar nicht glauben, daß das derselbe Autor ist, der die deutlich niveauvolleren HURRICANE-Romane geschrieben hat. Echt unglaublich !

Starlight-Zyklus
01 - Planet YB 23
02 - Vater der Menschheit
03 - Der Sprung ins Ungewisse
04 - Geheime Order für Andromeda

Dienstag, 9. August 2016

TERRA EXTRA inside - Die 4. Dimension (02)

Und weiter geht es mit dem Artikel von Richard Koch über die Vierte Dimension, diesmal von der LKS von Heft 111 :

TERRA EXTRA 111 - Andre Norton : Die Sklaven von Klor


Andre Norton : Die Sklaven von Klor (The Sioux Spaceman)
Confederation 01
Terra Extra 111, 07.10.1966
Neuauflage
Deutsche Erstausgabe UTOPIA Großband 132, 1960
Originalausgabe ACE-Double 1960
Aus dem Amerikanischen von M.F. Arnemann
Titelbild : Johnny Bruck


Auf dem Planeten Klor brauchten sie einen Ersatzmann. Kade Whitehawk bekam den Auftrag, sich kurzfristig an Bord des Raumschiffes "Marco Polo" zu begeben und sich auf der Handelsstation auf dem Planeten Klor zu melden. Der Mann, dessen Stelle er auf Klor einnehmen sollte, war auf rätselhafte Weise durch einen Eingeborenenspeer ums Leben gekommen. Würde Kade ein ähnliches Schicksal durch die Hand der eingeborenen Ikkinni ereilen, oder waren diese menschenähnlichen, in barbarischer Sklaverei lebenden Ureinwohner des Planeten Klor gar nicht die Mörder von Kades Vorgänger?
Klappentext

Der erste Konföderations-Roman, interessante SF-Action. Die Menschheit ist ins Weltall vorgestossen und musste erkennen, daß die Styor einen Großteil der Galaxis diktatorisch beherrschen. In einem Stellungskrieg kann sich die Menschheit behaupten, auch und gerade durch Handelsbeziehungen. Das ist die Situation, als Kade auf den Planeten Klor kommt. Auch hier terrorisieren die Styor die Eingeborenen. Doch Kade hat eine Lösung für die Ikkinni : Der Import terranischer Pferde. Damit hätten die Indianer auf der Erde die Spanier zurück ins Meer getrieben - wären nicht von der anderen Seite die Amerikaner der Ostküste gekommen.

Das ist natürlich eine sehr romantische Sichtweise. Nichts hindert die Styor daran, den Planeten vom All aus zu bombardieren. Aber nichtsdestotrotz hat diese Romantik was. Nicht die tiefgründigste Geschichte, aber flott erzählt und immer noch lesbar.

Ich wusste gar nicht, daß der Roman der erste eine Zyklus ist. Die zugehörigen Bände sind unten angegeben, ich bin mal gespannt, wie sich Andre Norton hier die weitere Entwicklung vorgestellt hat. Mal sehen, wann ich zu den anderen Romanen komme...

Confederation
1960 : Die Sklaven von Klor (The Sioux Spaceman)
1962 : Im Dschungel von Ishkur (Eye of the Monster)
1965 : Der Faktor X (The X Factor)
1980 : Das Geheimnis der Voorloper (Voorloper)

Montag, 8. August 2016

Hanmaco 2016


Hanmaco - Das Hamburger Anime-Manga-Cosplay Fantreffen

Am Samstag den 6. August 2016 lädt der Anime Kultur e.V. alle Anime, Manga und Cosplay Freunde zur ersten Hanmaco in das wunderschöne Stadtteilhaus der Horner Freiheit in Hamburg ein. Freut euch auf einen tollen Tag mit vielen Events u.a. Showprogramm auf der Bühne, Anime-Kino, AnimeRadio.de, Cosplay-Wettbewerb, Cosplay-Fotopoint, Bring&Buy, Händlerstände, Workshops, Gamesroom und vieles mehr. Nutzt die Gelegenheit alte sowie neue Freunde zu treffen und habt gemeinsam mit uns Spaß, denn unser Motto ist Anime for Fun!
Ankündigung auf der HANMACO-Website

Am Samstag waren wir auf den HANMACO, der Hamburger ANime-MAnga-COsplay-Convention. Nicht daß ich selber etwas für dieses Subgenre über habe - ich bin immerhin Jahrgang 60 - aber Junior und seine Kumpels wollten da hin. Und da es direkt bei uns in der Nähe ist (10 Minuten U-Bahn-Fahrt) und ich ja prinzipiell neugierig bin,schlugen wir da also zu fünft auf.

Es war eine überschaubare Veranstaltung, maximal 300 Tickets wurden angeboten. Allerdings gingen 240 bereits im Vorverkauf weg, so daß man rein von der Beteiligung her durchaus jetzt schon von einem Erfolg sprechen kann. Und für einen ersten Wurf halte ich das für eine gelungene Veranstaltung, denn man merkte, daß die Leute Spaß am Herkommen hatten.



Das Ganze fand statt im Stadtteilhaus in Horn, ein sehr schöner Neubau. Allerdings ist da auch ein Seniorentreff etc. und man merkte doch einige befremdliche Blicke der Passanten. Denn die Leute haben sich teilweise sehr schön kostümiert, mal professionell, mal eher Amateurliga, mal begeisterter Fan, hat auf jeden Fall Spaß gemacht, das Auge schweifen zu lassen.


Aufgeteilt war das Ganze in fünf verschiedene Bereiche. Zunächst natürlich den Verkaufsbereich (den wir auch photographiert haben) :


Dann die Bühne. Als wir da waren, wurde gerade ein Anime-Quiz durchgeführt. Sehr professionell, sehr kurzweilig moderiert, sehr amüsant. Selbst für mich als Außenstehenden. Bei so einer Veranstaltung darf natürlich der Computer nicht fehlen, in einer kleinen Ecke hatte man die Möglichkeit, diverse Computerspiele "anzutesten". Ein Fotopoint, eine Möglichkeit, sich im Kostüm professionell inklusive Hintergrundausleuchtung photographieren zu lassen. Eine wirklich gute Idee, wie ich finde. Und ein Workshopraum, in dem diverse ziemlich interessante Vorträge und Workshops abliefen. Ich habe da nur ein paar kleine Details vom Koch-Workshop mitbekommen, war nicht unanspruchsvoll.

Insgesamt gesehen vielleicht nichts für mich, aber ansehnlich ist die HANMACO auf jeden Fall. Zwei Bilder mögen dies illustrieren. Hier Nummer 1, sehr professionell und auf diversen Cons bereits vertreten...


... und hier eins von den zukünftigen Profis :


Die Haare zurechtzumachen hat - inklusive Vorbereitunsgzeit - diverse Wochen gedauert, das Ganze ist eine Perücke, die mit Hautkleber und "46 Haarklammern und gaaanz viel Haarspray" in Form gebracht wurde.

Wir, d.h. meine Frau und ich, waren nicht allzu lange da, ist eben nicht unser Genre. Aber nett war das allemal, nächstes Jahr gehen wir auf jeden Fall wieder hin.

TERRA EXTRA inside - Die 4. Dimension (01)

Und es geht weiter mit Richard Koch, diesmal mit einem vierteiligen Artikel über die vierte Dimension :

TERRA EXTRA 110 - K. H. Scheer : Amok


Karl Herbert Scheer : Amok
Terra Extra 110, 30.09.1966
Neuauflage
Originalausgabe BALOWA 1960
Titelbild : Johnny Bruck


"Eines Tages wird das Triebwerk für den überschnellen Raumflug entwickelt werden, und dann gehören uns die Sterne." Dies sagte ein irdischer Wissenschaftler, und nur sechzig Jahre später verlassen die ersten Riesenraumschiffe das solare System. Eines davon landet auf einer fernen Welt, und die Nachkommen der interstellaren Raumfahrer beginnen zu vergessen.

Sie vergessen Kultur und Ethik, Wissenschaft und Technik. Eine wahrhaft neue Welt entsteht, und eine früher undenkbare Gesellschaftsordnung entwickelt sich. Der Mensch wird zum Spielball seiner Triebe und Leidenschaften. Machtgier, Mißgunst und Leid verbreiten sich. Ein junger Planet wird vom Menschen umgeformt.

Nur ein hervorragender Könner der utopischen Literatur darf es wagen, ein derart schwieriges Thema unter seine Feder zu nehmen. "Amok" nannte K. H. Scheer seinen neuesten Roman. Selten traf ein Titel besser zu. Raskil Tobener wurde als Sohn eines gesetzlich geduldeten Mutanten geboren. Sklaventum und Nervengeißel werden für ihn zu vertrauten Begriffen, bis sich für ihn das Tor zum "Turm der Zehntausend" öffnet. Sein Geist beginnt zu triumphieren, und Atomphysik bleibt für ihn nicht länger ein religiöser Begriff.

Ein räumlich übergeordnetes Zeitschloß öffnet sich zur Gruft des "Ewigen", und Raskil Tobener erfährt das Wissen um die Dinge. Für die wenigen Revolutionäre gegen Gesetz und Brauch wird er zum Idol. Als das alte Raumschiff die Oberfläche der fremden Welt berührt und tosend zerbricht, findet Tobener die letzten Erkenntnisse. Etwas löst sich aus dem Urschlamm seiner Welt, um mit vielfacher Lichtgeschwindigkeit dem Ursprungsort seiner Rasse zuzueilen. Erst dort erfüllt sich das weltweite Geschick einiger Menschen, die sich nicht mehr Menschen nennen durften. "Amok" ist ein Roman von betäubender Wucht. Der Verfasser erzählt niemals, schildert niemals - er erlebt! Eine fremde Welt wird zur absoluten Wirklichkeit, und es gibt nichts, was den Leser in dieser einmalig geschriebenen Illusion erschüttern könnte - bis zur letzten Seite! Dieser Roman gehört zur Spitzenklasse der utopischen Weltliteratur.
Klappentext des BALOWA-Leihbuchs

Homo homini lupus, Scheersche Version. Vor kurzem erst als TERRA SF 181 gelesen, aber auch das Wiederlesen hat Spaß gemacht. Einer der Scheerschen Romane, die das politische Weltbild von KHS im Detail wiederspiegeln - und ein Argument von Ronald M. Hahn entkräften. Aber davon bei Gelegenheit mehr.

Sonntag, 7. August 2016

phantastisch! 63



phantastisch! #63
Herausgeber : Klaus Bollhöfer
Atlantis 2016
Magazin, 78 Seiten, 5,30 €
Titelbild : Dirk Berger


Inhalt


Interviews
Dirk Berger: TIM POWERS: „Dies ist kein Geschäft für Leute, die es eilig haben.“
Carsten Kuhr: JAMES COREY & TY FRANCK: „Im Weltall gibt es kein Gesetz“
Frank Hebben: JAN MÜLLER-MICHAELIS: „Wahnsinn? Nein, das sind ganz normale Alltagsbeobachtungen.“

Bücher, Autoren & mehr
ACHIM SCHNURRER: Eine phantastische Zeit! Das PAN-Branchentreffen in Köln
CHRISTIAN ENDRES: Kampf ums Wasser
STAR TREK Romane aus Deutschland: Kurzinterview mit CROSS CULT-Roman-Programmleiter Markus Rohde
HORST ILLMER: Eine kurze Geschichte der kurzen Geschichten
CHRISTIAN ENDRES: Das Spiel des Lesens
NORA BENDZKO: Der hyperreale Eskapist
SONJA STÖHR: Phantastisches Lesefutter für junge Leser
RÜDIGER SCHÄFER: „Hier werden Sie geholfen!“ – Vergewaltigt die Werbung unsere Sprache?

Phantastische Nachrichten zusammengestellt von Horst Illmer

Rezensionen
Mal Peet „Die Murdstone-Trilogie“
A. P. Glonn „Adel Verpflichtet – Der Agent der Krone“
Joseph Fink & Jeffrey Cranor „Willkommen in Night Vale“
Thomas Thiemeyer „Babylon“
Jiro Taniguchi „Die Wächter des Louvre“
Jasper Fforde „Das Lied des Quarktieres“
Nina George „Das Traumbuch“
Greg F. Gifune „Bösartig“
James Robinson, Greg Hinkle „Airboy“
Kevin Hearne „Getrickst – Die Chronik des Eisernen Druiden IV“
John Christopher „TRIPODS – Die dreibeinigen Herrscher“
Ann Leckie „Die Mission“

Comic & Film
OLAF BRILL: Dämonen, Monsterjäger, Detektive
OLAF BRILL & MICHAEL VOGT: Ein seltsamer Tag – Teil 23
CHRISTIAN ENDRES: Quicklebendige Untote
CHRISTIAN ENDRES: Happy Birthday, Splitter!

Story
BRIAN STAVELEY: „Der Holzkobold“

Die neue phantastisch! ist auch bei mir eingetroffen, es hat wieder Spaß gemacht, sie durchzuschmökern.

Es beginnt natürlich mit update, dem phantastischen Nachrichtenüberblick von Horst Illmer. Jedesmal ein faszinierendes Potpourri an Phantastik, aus jedem Bereich etwas. Mich persönlich inspirieren seine Kürzestartikel, auch mal etwas ganz anderes zu lesen. Achim Schnurrers Bericht über das PAN-Branchentreffen habe ich erst beim zweiten Durchblättern gelesen, ich bin weder Autor noch Verleger, sondern reiner Konsument. Trotzdem war der Artikel interessant, es hat schon was, so ein bißchen hinter die Kulissen gucken zu können. Weder Tim Powers noch Paolo Bacigalupi sind mein Geschmack, die Artikel zu ihnen aber trotzdem unbedingt lesenswert, insbesondere das Interview von Dirk Berger. Eigentlich so gar nicht mein Ding, so ein Interview, aber hier wurde dicht und präzise Information zum Leser getragen. Das ist bei dem Interview von James Corey und Ty Franck, das Carsten Kuhr geführt hat, noch deutlich stärker der Fall. Sehr klar und deutlich sind die beiden Schriftsteller und ihre Serie "The Expanse" abgebildet, mein Kompliment. Ich werde mir auf jeden Fall wohl die Bücher besorgen, einer der ganz, ganz, ganz, ganz seltenen Fälle, in denen ein Interview mich positiv beeinflusst. Der Star Trek-Artikel ist reines Marketing, wie die Bücher sind, lässt sich daraus nicht schließen. Verschwendetes Papier.

Die deutschen Pulps, die 08/15-Heftromane, haben deutlich mehr, deutlich früher und deutlich stärker kommentierte Kurzgeschichten-Ausgaben herausgegeben haben, als man gemeinhin annimmt. Man kann, wie Horst Illmer, auf die faszinierenden Ausgaben von Rauch reflektieren, sollte aber nicht vergessen, daß TERRA hat nur kurze Zeit später Originalanthologien angloamerikanischer Autoren veröffentlichte. Und UTOPIA meines Wissens auch. Ich gebe ja zu, die Rauch-Anthologie ist die erste, aber keineswegs die beste der herausgegebenen Kurzgeschichtensammlungen der 50er und 60er.

So, nach diesem Rant zur Verteidigung der Heftromane (den Horst Illmer zwar nicht verdient hat, den ich mir aber nicht verkneifen konnte) zum Illmerschen Artikel an sich. Sehr schön schliesst er einen 64 Jahre währenden Kreis und erzählt einerseits von der 1952 erschienenen Rauchschen Anthologie und andererseits von der 2016 erscheinenden Übersetzung der SF Hall of Fame, die bei Golkonda rauskommt. Nix für mich, die Stories hab' ich alle, aber jedem Nicht-Dinosaurier sei diese von Robert Silverberg zusammengestellte Auswahl unbedingt empfohlen. Ist die eigentlich signiert ?

Christian Endres ist ja irgendwie so ganz anders als ich, infolgedessen kann ich über seinen Bericht über "Das Spiel des Lesens" nur den Kopf schütteln. "Ich bin zu alt für diesen Scheiß", um ein bekanntes Film-Franchise zu zitieren. Aber Jüngere dürften an der Idee durchaus Spaß haben. Und nach diesem doch recht leichten Artikel legt phantastisch! richtig los und bringt einen hochwissenschaftlichen literarisch-philosophischen Artikel von Nora Bendzko. War das 'ne Diplomarbeit ? Auf jeden Fall ein unbedingtes Muß für diejenigen, die sich auch nur ein bißchen mit der Theorie neben den Romanen beschäftigt haben. Aber ich kann nur warnen : Keine leichte Kost ! Aber : Jederzeit gerne wieder. :-)

Und das gleiche gilt für den Artikel von Olaf Brill. Unter Dämonen, Monsterjäger, Detektive befasst er sich mit kommenden englischen Fernsehserien. Sehr kenntnisreich und präzise, das Lesen war ein Genuß. "Jonathan Strange & Mr. Norrell" hatten wir (i.e. meine Frau und ich) bereits vorher gesehen und genossen, auf "Penny Dreadful" habe ich dann gleich die beste Ehefrau von allen angesetzt und die erste Staffel in der Zwischenzeit auch gesehen. Und die anderen Serien, die Olaf Brill da vorstellt, werden wir uns sicherlich auch bei Gelegenheit noch mal ansehen. Insgesamt also ein sehr lohnenswerter Artikel für Leute, die moderne, klassische englische Phantastik mögen.

Nicht alles ist mein Fall, wäre bei so einem weitgespanntem Phantastik-Magazin ja auch Fehl am Platze. Mit den Comic-Artikeln von Christian Endres kann ich nun mal nix anfangen, das liegt aber eher an mir als an der Qualität der Artikel. Aber wie immer habe ich Sonja Stöhrs YA-Artikel gelesen, auch wenn ich voraussichtlich nie in die Verlegenheit komme, einen Roman davon lesen zu wollen. Nichtsdestotrotz sind ihre Kommentare interessant - und immerhin hat Heinlein ja auch diverse Jugendbücher geschrieben...

Insgesamt wieder eine runde Ausgabe, die man gelesen haben sollte.


Kommentare zu früheren Ausgaben
phantastisch! 63
phantastisch! 62
phantastisch! 61
phantastisch! 60
phantastisch! 58
phantastisch! 56
phantastisch! 55
phantastisch! 53
phantastisch! 50
phantastisch! 49
phantastisch! 47
phantastisch! 45/I
phantastisch! 45/II

Samstag, 6. August 2016

Exodus 34



René Moreau, Heinz Wipperfürth & Olaf Kemmler : Exodus 34
Hochglanz-Magazin
Eigenverlag
Erscheinungsdatum : 26.04.2016
112 Seiten, 12,90 €
ISSN 1860-675X

Inhalt

Stories
Dirk Alt: »Die Stadt der XY«
Victor Boden: »Vielleicht ein andermal«
Andreas Eschbach: »Acapulco! Acapulco!«
Tino Falke: »#WeAreMedusa«
Thomas Franke: »Der Plan«
Frank W. Haubold: »Feenland«
Rolf Krohn: »Der Asteroid«
Hans Jürgen Kugler: »Alles zu seiner Zeit«
Jacqueline Montemurri: »humanoid experiment«
Michael Gernot Sumper: »Electronica«
Wolf Welling: »Löwenmenschen«

Graphik
Lothar Powitz: »Markus Vogt: Impressionen zwischen Licht und Schatten«
Werke des Künstlers Markus Vogt auf 20 Farbseiten

Comic und Karikaturen
Kostas Koufogiorgos & Olaf Kemmler


EXODUS 34 habe ich schon eine ganze Zeitlang hier liegen. Immer in kleinen Häppchen gelesen hat es doch recht lange gedauert, bis ich damit durch war. Hier nun meine Eindrücke der einzelnen Kurzgeschichten :

Tino Falke : #WeAreMedusa
Eine Projektion klassischer griechischer Sagen in die Neuzeit. Tino Falke macht sich gekonnt über Schwachsinns-Hashtags, Selfies und die diesem Unsinn folgende Internet-Gemeinde lustig. Eine sehr elegante Kritik an dem Gruppenverhalten der Moderne.

Hans Jürgen Kugler : Alles zu seiner Zeit
Ein Mann wacht eines Morgens auf und ist relativ zur Umwelt extrem beschleunigt. Das vergeht wieder. Die Story gottseidank auch, denn obwohl stilistisch in Ordnung, ist der Plot doch todlangweilig.

Wolf Welling : Löwenmenschen
Löwenmenschen leben parallel zur normalen menschlichen Gesellschaft in Reservaten. Es folgt das Übliche und auch die übliche Langeweile bei solchen Stories, die seit einem Vierteljahrhundert überholt sind.

Dirk Alt : Die Stadt der XY
Das übliche Neutronenbombenszenario mit den üblichen Skrupeln der Sieger und dem ebenfalls üblichen politisch korrektem Kontext. Das war schon vor 50 Jahren überholt, ob man das heutzutage noch in dieser Trivialform bringen muß, bezweifle ich doch stark.

Rolf Krohn : Der Asteroid
Bei einer Asteroiden-Mission stellen die irdischen Raumfahrer fest, daß auf den Asteroiden Beobachtungsstationen Außerirdischer existieren. Diese scheinen aber nix mit den Menschen zu tun haben zu wollen...
Ganz nett, aber keine Kurzgeschichte, sondern ein Romananfang.

Jacqueline Montemurri : humanoid experiment
Rob und Eva erkunden als erste Menschen den Asteroidengürtel. Bei einem Unfall wird Rob verletzt und Eva erkennt, daß sie beide Androiden sind. Darauf schaltet sie sich ab.
Auch diese Geschichte habe ich in dieser oder ähnlicher Form schon vor mehr als einem halben Jahrhundert gelesen. Wann ist ein Mensch ein Mensch und was passiert, wenn ein scheinbarer Mensch feststellt, gar keiner zu sein ? Wie gesagt, nix Neues, diese Diskussion gab es schon in den 50ern. Das tut aber dem Genuß keinen Abbruch, die Story ist vielleicht nicht innovativ, liest sich aber nett runter.

Michael Gernot Sumper : Electronica
Eine Parabel über Selbstständigkeit und Egoismus. Wie man sie eben so kennt, wie Parabeln des politisch korrekten Typs eben sind. Nicht schlecht geschrieben, aber doch eine recht simple Aussage.

Victor Boden : Vielleicht ein andermal
Sehr dynamisch erzählt Victor Boden von Änderungen der Vergangenheit durch Wissenschaftler, die ihren Widerhall in der Gegenwart finden. Nett geschrieben, die gleiche Geschichte habe ich aber schon vor einem halben Jahrhundert von Arthur C. Clarke gelesen. Das tut allerdings dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Thomas Franke : Der Plan
Steinwälzer und Erbsenzähler unterhalten sich über den (politisch korrekten) Tod der Menschheit.
Nett. Sehr zynisch, aber nett. Vielleicht etwas platt, trifft aber genau meinen Humor (was mehr über mich als den Autor aussagt).

Andreas Eschbach : Acapulco ! Acapulco !
Die Menschheit besteht aus Unsterblichen, die ein Leben in Müßiggang und Luxus, bedient von Robotern, erleben. Da geschieht ein Unfall...
Schreiben kann er, der Eschbach. [Was kommt eigentlich dieses Jahr für ein Roman von ihm raus ?] Die Story ist zwar nach dem ersten Viertel offensichtlich, doch trotzdem kann man die gesamte Geschichte mit Genuß lesen.
Auch dieser Plot ist nicht neu, siehe "With Folded Hands": Allerdings fühlte ich mich vom Stimmungsbild und dem Szenario her eher an R. Daneel Olivar erinnert, insbesondere an "The Naked Sun". Von daher : Nichts Neues, aber ebenso wie die Asimovschen Robotgeschichten ein Dauerbrenner, den man immer wieder lesen kann.

Frank Haubold : Feenland
Tststs. Ich Schlamper habe doch glatt eine der besten Geschichten des Magazins in der ersten Version dieses Artikels vergessen. Das liegt daran, daß Andreas Eschbachs Geschichte so lang war und ich diese Rezension auf der Fahrt von Frankfurt nach Hamburg geschrieben habe.
Frank Haubold beschäftigt sich mit den Manipulationen der Mächtigen und nimmt hier eine fast schon extrem zu nennende linke Position ein. Jason befreit Ivory aus einem Klonlabor, alle Hinweise deuten auf Rayad Kazar. Und so legt er auch diesen um, zusammen mit den Minenarbeitern seiner Firmengruppe. Doch alles war nur ein Komplott, um mißliebige Konkurrenten, die tatsächlich freiheitliche Werte verteidigten, auszuschalten.
Auch dies nix Neues, der Plot hinter dem Offensichtlichen ist eine mehr als einmal ausgeschlachtete Idee in der SF. Doch Frank Haubold will hier gar nicht die SF neu erfinden, sondern erzählt in bitterer Art und Weise, wie Menschen von Interessengruppen manipuliert werden. Dabei bewegt er sich stilistisch auf den klassischen Bogart, also Hammett und Chandler, zu, inhaltlich erinnert das stark an die 70er, als man das erste Mal diesen Manipulation auf die Spur kam.

Zu den Bildern und der Graphik-Galerie sag' ich nix, da sollten sich Berufenere zu äußern, ich bin da eher der Banause. Diesmal allerdings muß ich was zu den Comics sagen, da komme ich nicht drum herum. Olaf Kemmler hat hier ein paar einfach gezeichnete Glossen zum neuen Star Wars-Film hingelegt. Ich habe mich darüber köstlich amüsiert, sie treffen exakt den Kern der Sache. Gerne wieder !

EXODUS ist also wie üblich lesenswert, diesmal aber sehr retrospektiv. Bei vielen Stories hatte ich den Eindruck, ein Remake von SF-Geschichten der 50er zu lesen. Mit teilweise identischem (Boden), teilweise leicht variiertem (Montemurri, Eschbach, Haubold) Plot lesen sich die Geschichten, als wären sie aus dem Golden Age. Und das ist der eigentliche Punkt : Diese Remakes klassischer Topoi sind einfach gut. Bei Andreas Eschbach ist das nicht unbedingt ein Wunder, wenngleich ich doch schon fasziniert war, wie elegant er das Roboterthema behandelt. Auch bei Frank Haubold war ich nicht sehr verwundert, er ist einer der großen zeitgenössischen Stilisten. Aber bei Jacqueline Montemurri und Victor Boden war ich schon überrascht, wie gut sich die Stories trotz der mir mehr als bekannten Geschichte lasen. Bemerkenswert ! Und : Gerne wieder ! :-)

Freitag, 5. August 2016

TERRA EXTRA inside - Antimaterie (02)

In Heft 109 vom 23.09.1966 dann der zweite Teil des Antimaterie-Artikels von Richard Koch. Heutzutage sind die Ausführungen von Richard Koch zwar immer noch valide, in der Forschung ist man allerdings deutlich weitergekommen und hat die Struktur der Antimaterie detaillierter erforscht. Wer sich dafür interessiert, sei auf die Seiten des CERN oder die Wikipedia verwiesen.